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Theater an der GHS
Schon Schüler vor Schuldenfallen warnen

(Auszüge und Bilder aus dem Zeitungsartikel vom Samstag, 17. September 2011 AN / AZ)

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Theaterstück "Toms Pleite" und Finanzführerschein stehen dank Sponsoren in der Hauptschule Würselen auf dem Stundenplan.

Auf Initiative der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) der CDU Würselen und der zusätzlichen finanziellen Unterstützung durch Adi Prümper, Geschäftsführer der Pfandkredit Leihhaus K&P Prümper GmbH in Aachen, konnte das Gastspiel in der Schule stattfinden.

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Tom und Erik sind beste Freunde. Sie zocken zusammen an der Spielekonsole, biken durch die City und gehen anschließend im Fast-Food-Restaurant essen. Dabei muss Tom aber immer wieder zurückstecken.

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Denn Erik besitzt all das, was auf dem Schulhof das Etikett «cool» hat: Handy, PC-Spiel, Fahrrad und natürlich Marken-Kleidung. Dinge, die auch Tom gerne hätte, sich aber - insbesondere nach dem sein Vater keinen Job mehr hat - eben nicht leisten kann.

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Um mithalten zu können, borgt sich Tom bei Erik Geld für einen MP3-Player. Doch wie soll er die Schulden wieder zurückzahlen? Er klaut: Erst bei seiner Oma, dann bei Mitschülern und der Lehrerin. Das bleibt nicht unentdeckt.

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Es ist eine Situation, wie sie an jeder Schule denkbar ist.

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An diesem Vormittag ist es eine Aufführung des jungen Aachener Grenzlandtheaters «Greta», die mit Matthias Rödder und Markus Wilharm in «Toms Pleite» sensibel mögliche Konsequenzen des Konsumrauschs aufzeigt und nachdenkliche Schüler der Gemeinschaftshauptschule (GHS) Würselen hinterlässt.

Der ganze Artikel im Überblick:

Schon Schüler vor Schuldenfallen warnen
(eli/gp) | 16.09.2011, 15:28
Würselen. Tom und Erik sind beste Freunde. Sie zocken zusammen an der Spielekonsole, biken durch die City und gehen anschließend im Fast-Food-Restaurant essen. Dabei muss Tom aber immer wieder zurückstecken.

Denn Erik besitzt all das, was auf dem Schulhof das Etikett «cool» hat: Handy, PC-Spiel, Fahrrad und natürlich Marken-Kleidung. Dinge, die auch Tom gerne hätte, sich aber - insbesondere nach dem sein Vater keinen Job mehr hat - eben nicht leisten kann. Um mithalten zu können, borgt sich Tom bei Erik Geld für einen MP3-Player. Doch wie soll er die Schulden wieder zurückzahlen? Er klaut: Erst bei seiner Oma, dann bei Mitschülern und der Lehrerin. Das bleibt nicht unentdeckt.

Es ist eine Situation, wie sie an jeder Schule denkbar ist. An diesem Vormittag ist es eine Aufführung des jungen Aachener Grenzlandtheaters «Greta», die mit Matthias Rödder und Markus Wilharm in «Toms Pleite» sensibel mögliche Konsequenzen des Konsumrauschs aufzeigt und nachdenkliche Schüler der Gemeinschaftshauptschule (GHS) Würselen hinterlässt.

Auf Initiative der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) der CDU Würselen und der zusätzlichen finanziellen Unterstützung durch Adi Prümper, Geschäftsführer der Pfandkredit Leihhaus K&P Prümper GmbH in Aachen, konnte das Gastspiel in der Schule stattfinden. Dass die Thematik den Nerv der Zeit trifft, zeigt sich schon in der Nachbesprechung, als Theaterpädagogin Anja Geurtz mit den Schülern ins Gespräch kommt. Ja, auf dem Schulhof werde auch gespottet, gibt ein Schüler zu, insbesondere dann, wenn einer eben nicht die Kleidung trage, die angesagt sei.

«Ich bin mir sicher, dass die Botschaft des Stücks angekommen ist», sagt der Schulleiter Paul Kuck später. Der Umgang mit Geld sei ein Thema, das immer wieder in der Schule aufgegriffen werde, aber «es ist gut, dass Leute von außen kommen und mit ihrer entsprechenden Erfahrung die Dinge auch rüberbringen können». Kuck bedankte sich ausdrücklich für das Engagement der Sponsoren.

Über die Folgen sprechen

Die Welt rund ums Geld wird in den kommenden Wochen Winfried Steffens, Diplom-Betriebswirt und Bankdirektor a.D., den Hauptschülern erklären. Der ehrenamtliche Mitarbeiter der Schulden-, Insolvenz- und Sozialberatung der Evangelischen Gemeinde Düren besucht Klassen und trainiert mit ihnen für einen «Finanzführerschein». Am Ende müssen die Schüler eine Prüfung ablegen und können mit dem Zertifikat bei Bewerbungen punkten. Auch dieser Einsatz wird von MIT und dem Geschäftsmann Prümper gesponsert. «Sparen», sagt Steffens, «ist für viele ein Fremdwort.

Schreibt man das mit oder ohne 'h'?, fragen sich nicht wenige.» 29 Euro gibt ein Jugendlicher im Durchschnitt monatlich mehr aus, als er an laufenden Einnahmen durch Taschengeld abdecken kann. Das ist ein Ergebnis, das Steffens durch viele ausgefüllte Fragebögen, die er in den Klassen verteilt hat, belegen kann. Das Minus muss laufend durch die mittlerweile in vielen Familien obligatorischen Geldgeschenke aus geglichen werden. Den Schülern Fakten präsentieren, Hintergründe aufzeigen und über die Folgen sprechen - das funktioniere viel besser, als das Auftreten mit dem erhobenen Zeigefinger, weiß Wilfried Steffens.

Die Schüler dort abholen, wo sie stehen, nicht überfordern, sondern Alternativen bieten, das sind auch Vorstellungen von Georg Lompa, Vorsitzender der MIT. «Der Mittelstand hat ein ureigenes Interesse daran, Jugendliche zu unterstützen», betont er die Relevanz der Initiative. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Schüler später in einem unserer mittelständischen Unternehmen unterkommen, sei schließlich groß, so Lompa. «Neben der gesellschaftlichen Verantwortung können die persönlichen Schicksale der Menschen in Not keinen unberührt lassen.» Als Rechtsanwalt habe er eben auch die Erfahrung gemacht, dass ein zeitiges, entschlossenes Handeln zumindest zu einer Abschwächung von finanziellen Problemen führen kann.